Unser Schulhund

Erstellt: Freitag, 27. Juni 2014

Chaplin

Chaplin,

es gibt viele Gründe, weshalb es sich lohnt, einen Schulhund einzusetzen. Untersuchungen haben ergeben, dass schon die regelmäßige Anwesenheit eines Hundes sehr positive Veränderungen mit sich bringt. Bundesweit werden die „Hilfslehrer auf vier Pfoten“ bereits an rund 300 Schulen eingesetzt (Quelle: Arbeitskreis Schulhund). Ein Schulhund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der unter anderem den Schülerinnen  und Schülern den Umgang mit Hundeartgenossen näher bringt. In einer Großstadt wie Berlin sollte schon so früh wie möglich die Unterweisung unserer Kinder im Umgang mit den stets präsenten Tieren vermittelt werden, um „Unfällen“ aus dem Weg zu gehen.

Wissenschaftler haben zudem noch eine Vielzahl von positiven Auswirkungen eines Hundes in der Schule feststellen können:

  • Die Schülerinnen und Schüler freuen sich zur Schule zu gehen  - die Kinder bauen recht schnell eine enge Bindung zu ihrem „Haustier“ Chaplin auf.
  • Die Kinder erkennen die Verantwortung im Umgang mit Haustieren - nicht jedes Kind hat im privaten Bereich die Möglichkeit Erfahrungen im Umgang mit Haustieren und mit der Pflege zu machen.
  • Die Klasse wird ruhiger und ordentlicher - die Kinder nehmen Rücksicht auf die Ohren des Tieres und beseitigen Unrat, bevor Chaplin sich daran den Magen verdirbt.
  • Es werden positive Sozialkontakte gefördert -  der Hund vermittelt dem Kind sofort eine positive Erfahrung im Umgang mit ihm und diese Erfahrung der Akzeptanz lässt das Kind auch selbstbewusster mit anderen werden.
  • Scheue Kinder werden in die Gemeinschaft geholt – Tiere unterstützen unser psychologisches Wohlbefinden und der gemeinschaftliche Umgang mit Chaplin fördert bzw. schafft Verbundenheit.
  • Der Hund motiviert Kinder mit Lernschwierigkeiten, ihre Aufgaben besser zu lösen – im direkten Kontakt mit ihm und der Lehrerin haben diese Kinder spezielle Erfolgserlebnisse ... dem Hund ist es egal, ob eine Zahnspange das Lesen erschwert und er fragt auch nicht nach der letzten Note im Diktat, wenn das Kind als Belohnung für eine erbrachte Leistung mit ihm zusammen Kunststücke vorführen kann.
  • Der Unterricht ist entlasteter und interessanter – wissenschaftlich nachweisbar werden Glückshormone/Endorphine ausgeschüttet, dadurch verringert sich der Stress und die Aufmerksamkeit erhöht sich.
  • Die Lehrerin / der Lehrer wird mehr beachtet und wertgeschätzt – als Ansprechpartnerin / Ansprechpartner für Kind und Hund verlässt er/sie seine „hohe Ebene“ und wird viel eher zum Freund und zur Fachfrau / zum Fachmann.

An unserer Schule nimmt Chaplin am jeweiligen Tagesablauf teil, egal in welcher Klasse ich unterrichte. Er wird zudem als bewusste Unterstützung bei Integrationskindern eingesetzt.

Chaplin ist ein ausgebildeter Begleithund. Er ist mittlerweile fast sieben Jahre alt, ein Hovawart-Bordercollie-Mix und kastriert. Er besitzt einen freundlichen und einfühlsamen Charakter und zählt wohl zu den beliebtesten Mitgliedern unseres Kollegiums. Die Schülerinnen und Schüler sind begeistert über den Besuch und die Anwesenheit Chaplins. Dabei bringen sie zu jeder Zeit Chaplin Respekt und Einfühlungsvermögen entgegen und halten sich an die vereinbarten Regeln. Denn ein Hund ist kein Spielzeug und kein Dauerkuscheltier.

Nach Ende meines Unterrichtstages geht Chaplin natürlich zusammen mit mir nach Hause und genießt seinen „Feierabend“ mit allen Rudelmitgliedern der Familie Baumann.

In fast jedem Unterricht kann Chaplin eingesetzt werden (Mathematik – Berechnung von Kosten/Tierhaltung; Deutsch – Briefe an Chaplin verfassen und Geschichten zum Thema Hund; Naturwissenschaft – Steckbrief/Hund; Sachkunde – Merkmale von Haustieren; Erdkunde – Verbreitung von Wölfen in der Niederlausitz; Vorfachlicher Unterricht – Vorstellung des Hundes und Besprechen der Regeln....).

Selbst bei meinen Kollegeninnen und Kollegen führt die Präsens des Hundes dazu, neue Einsichten und Einstellungen gegenüber Hunden zu gewinnen.

Natürlich wird beim Einsatz des Hundes darauf geachtet, dass keiner der Schülerinnen und Schüler durch Allergien oder Ängste daran gehindert wird, Chaplin als Schulhund mitzuerleben. Kein Kind wird gezwungen engen Kontakt mit dem Tier aufzunehmen und dass Chaplin unter gesundheitlicher und tierärztlicher Aufsicht steht ist selbstverständlich.

Auch ich bilde mich weiter, indem ich seit einiger Zeit Mitglied des Arbeitskreises Schulhund und somit in stetem Kontakt mit Gleichgesinnten in ganz Deutschland bin.

Auch die zahlreichen Gespräche mit Eltern, Schülerinnen, Schülern und meinen Kollegeninnen, Kollegen tragen dazu bei, den Einsatz von Chaplin zu optimieren.

Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben können Sie jeder Zeit mit mir das Gespräch suchen.

Ihre Frau Baumann und ihr Schulhund Chaplin