Unsere Schulhunde

Erstellt: Mittwoch, 17. Oktober 2018

Chaplin

Chaplin und Lucky

Es gibt viele Gründe, weshalb es sich lohnt, einen Schulhund einzusetzen. Untersuchungen haben ergeben, dass schon die regelmäßige Anwesenheit eines Hundes sehr positive Veränderungen mit sich bringt. Bundesweit werden die „Hilfslehrer auf vier Pfoten“ bereits an rund 300 Schulen eingesetzt (Quelle: Arbeitskreis Schulhund). Ein Schulhund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der unter anderem den Schülerinnen  und Schülern den Umgang mit Hundeartgenossen näher bringt. In einer Großstadt wie Berlin sollte schon so früh wie möglich die Unterweisung unserer Kinder im Umgang mit den stets präsenten Tieren vermittelt werden, um „Unfällen“ aus dem Weg zu gehen.

Wissenschaftler haben zudem noch eine Vielzahl von positiven Auswirkungen eines Hundes in der Schule feststellen können:

  • Die Schülerinnen und Schüler freuen sich zur Schule zu gehen  - die Kinder bauen recht schnell eine enge Bindung zu ihrem „Haustier“ Chaplin auf.
  • Die Kinder erkennen die Verantwortung im Umgang mit Haustieren - nicht jedes Kind hat im privaten Bereich die Möglichkeit Erfahrungen im Umgang mit Haustieren und mit der Pflege zu machen.
  • Die Klasse wird ruhiger und ordentlicher - die Kinder nehmen Rücksicht auf die Ohren des Tieres und beseitigen Unrat, bevor Chaplin sich daran den Magen verdirbt.
  • Es werden positive Sozialkontakte gefördert -  der Hund vermittelt dem Kind sofort eine positive Erfahrung im Umgang mit ihm und diese Erfahrung der Akzeptanz lässt das Kind auch selbstbewusster mit anderen werden.
  • Scheue Kinder werden in die Gemeinschaft geholt – Tiere unterstützen unser psychologisches Wohlbefinden und der gemeinschaftliche Umgang mit Chaplin fördert bzw. schafft Verbundenheit.
  • Der Hund motiviert Kinder mit Lernschwierigkeiten, ihre Aufgaben besser zu lösen – im direkten Kontakt mit ihm und der Lehrerin haben diese Kinder spezielle Erfolgserlebnisse ... dem Hund ist es egal, ob eine Zahnspange das Lesen erschwert und er fragt auch nicht nach der letzten Note im Diktat, wenn das Kind als Belohnung für eine erbrachte Leistung mit ihm zusammen Kunststücke vorführen kann.
  • Der Unterricht ist entlasteter und interessanter – wissenschaftlich nachweisbar werden Glückshormone/Endorphine ausgeschüttet, dadurch verringert sich der Stress und die Aufmerksamkeit erhöht sich.
  • Die Lehrerin / der Lehrer wird mehr beachtet und wertgeschätzt – als Ansprechpartnerin / Ansprechpartner für Kind und Hund verlässt er/sie seine „hohe Ebene“ und wird viel eher zum Freund und zur Fachfrau / zum Fachmann.

An unserer Schule nimmt der Schulhund am jeweiligen Tagesablauf teil, egal in welcher Klasse Frau Baumann als Mensch-Hund-Team unterrichtet. 

Chaplin ist ein ausgebildeter Begleithund. Er ist ein Hovawart-Bordercollie-Mix, kastriert und verrichtet seinen Dienst an unserer Schule nun schon über zehn Jahre. Lucky ist ein junger Border Collie-Mix und nicht kastriert. Beide besitzen einen freundlichen und einfühlsamen Charakter, werden momentan abwechselnd eingesetzt und zählen wohl zu den beliebtesten Mitgliedern unseres Kollegiums. Die Schülerinnen und Schüler sind begeistert über den Besuch und die Anwesenheit der Hunde. Dabei bringen sie ihnen zu jeder Zeit Respekt und Einfühlungsvermögen entgegen und halten sich an die vereinbarten Regeln. Denn ein Hund ist kein Spielzeug und kein Dauerkuscheltier.

Nach Ende meines Unterrichtstages geht Chaplin und Lucky natürlich zusammen mit mir nach Hause und genießen ihren „Feierabend“ mit allen Rudelmitgliedern der Familie.

In fast jedem Unterricht kann Chaplin eingesetzt werden (Mathematik – Berechnung von Kosten/Tierhaltung; Deutsch – Briefe an Chaplin verfassen und Geschichten zum Thema Hund; Naturwissenschaft – Steckbrief/Hund; Sachkunde – Merkmale von Haustieren; Erdkunde – Verbreitung von Wölfen in der Niederlausitz; Vorfachlicher Unterricht – Vorstellung des Hundes und Besprechen der Regeln....).

Selbst bei meinen Kollegeninnen und Kollegen führt die Präsens des Hundes dazu, neue Einsichten und Einstellungen gegenüber Hunden zu gewinnen.

Natürlich wird beim Einsatz der Hunde darauf geachtet, dass keiner der Schülerinnen und Schüler durch Allergien oder Ängste daran gehindert wird, Chaplin und Lucky als Schulhunde mitzuerleben. Kein Kind wird gezwungen engen Kontakt mit den Tieren aufzunehmen und dass beide Hunde unter gesundheitlicher und tierärztlicher Aufsicht stehen ist selbstverständlich.

Frau Baumann bildet sich weiter, indem sie seit einiger Zeit Mitglied des Arbeitskreises Schulhund und somit in stetem Kontakt mit Gleichgesinnten in ganz Deutschland ist.

Auch die zahlreichen Gespräche mit Eltern, Schülerinnen, Schülern und meinen Kollegeninnen, Kollegen tragen dazu bei, den Einsatz von Chaplin zu optimieren.

Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben können Sie jeder Zeit mit ihr das Gespräch suchen.